Uthlande (Schiff, 2010)

RoPax-Fähre
(Weitergeleitet von Sietas Typ 182)

Die Uthlande ist eine kombinierte Auto- und Personenfähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH (W.D.R.). Sie ist die erste Doppelendfähre der Reederei.

Uthlande
2022 in Dagebüll
2022 in Dagebüll
Schiffsdaten
Flagge Deutschland Deutschland
Schiffstyp Doppelendfähre
Rufzeichen DNPM
Heimathafen Wyk auf Föhr
Eigner Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum
Bauwerft J. J. Sietas, Hamburg
Baunummer 1228
Bestellung 23. April 2009
Kiellegung 24. Februar 2010
Taufe 11. Juni 2010
Stapellauf 23. April 2010
Übernahme 3. Juni 2010
Indienststellung 15. Juni 2010
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 75,88 m (Lüa)
Breite 16,4 m
Seitenhöhe 3,40 m
Tiefgang (max.) 1,85 m
Vermessung 3.179 BRZ / 990 NRZ
 
Besatzung 6
Maschinenanlage
Maschine 4 × Caterpillar 3508
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 2.160 kW (2.937 PS)
Höchst­geschwindigkeit 12 kn (22 km/h)
Propeller Voith-Schneider-Antrieb
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 653 tdw
Zugelassene Passagierzahl 1.204
Fahrzeugkapazität 75 PKW
Sonstiges
Klassifizierungen DNV
Registrier­nummern IMO 9548407

Geschichte

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Das Leeraner Ingenieurbüro Sternkopf entwickelte die Doppelendfähre nach Vorgabe der Reederei. Der Bauauftrag für die Uthlande, der ersten Fähre dieser Bauart, wurde am 23. April 2009 an die Sietas-Werft in Hamburg-Neuenfelde vergeben, wo das Schiff die Baunummer 1228 bekam und werftintern als Typ 182 bezeichnet wurde. Es handelt sich um den ersten Fährschiffsneubau für die W.D.R. seit 1995. Die Fertigung der Sektionen für den Neubau begann am 29. September 2009. Die Kiellegung der Uthlande fand am 24. Februar 2010 statt.[1] Am 15. Juni 2010 wurde die Uthlande in Wyk auf Föhr in Dienst gestellt. Seitdem verkehrt sie zwischen dem Festlandhafen Dagebüll, Wyk auf Föhr und Wittdün auf Amrum.

Die Uthlande ersetzte den 1980 gebauten, gleichnamige Vorgängerbau.[2]

Das auf dem gleichen Entwurf basierende, weitgehend baugleiche Schwesterschiff Schleswig-Holstein entstand auf der Neptun Werft in Rostock. Es wurde im Dezember 2011 in Dienst gestellt. Im Mai 2018 stellte die W.D.R. mit der Norderaue das dritte Schiff dieser Baureihe in Dienst.

Besonderheiten

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Als Doppelendfähre mit Voith-Schneider-Antrieb unterscheidet sich die Uthlande deutlich von den bisherigen W.D.R.-Fähren. Das Ein- und Ausschiffen der Fahrgäste erfolgt nicht mehr über das Fahrzeugdeck, sondern über von den Molen aus zugeführte barrierefreie Fußgängerrampen. Dies erforderte entsprechende bauliche Maßnahmen an den Hafenanlagen in Dagebüll, Wyk und Wittdün. Das bisherige zeitaufwändige Wenden in den Hafenbecken sollte künftig entfallen, was sich aber zumindest bei Fahrten über alle drei Häfen und zurück nicht verwirklichen lässt. Die Kapazität der Uthlande ist gegenüber bisherigen W.D.R.-Fähren erhöht. Zudem hat die Fähre fünf statt vier Spuren zum Transport von Kraftfahrzeugen, so dass jeweils 75 Autos transportiert werden können. Außerdem hat sie ein größeres Sonnendeck,[3] das aber durch das mittig aufgebaute Ruderhaus auch seine Nachteile birgt. So ist eine Seite stets zum Teil im Schatten.

Im April 2011 bekam die Uthlande den Ship Pax Award für ihr innovatives Konzept.

Literatur

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  • Peter Andryszak: Leichte Fähre. In: Deutsche Seeschifffahrt, Heft 6/2010, S. 12–19, Storck, Hamburg 2010, ISSN 0948-9002
  • Frederik Erdmann: »Uthlande« auf Fährstrecke Dagebüll–Föhr–Amrum in Dienst gestellt. In: Hansa, Heft 6/2010, S. 70–72, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2010, ISSN 0017-7504
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Commons: Uthlande – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Hansa: "Uthlande" auf Fährstrecke Dagebüll-Föhr-Amrum in Dienst gestellt, 1. Juni 2010, abgerufen am 5. März 2024
  2. Neues Fährschiff für die Föhr-Amrum-Linie (Memento vom 7. Februar 2013 im Internet Archive), Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum.
  3. W.D.R-Information zur Fähre (2009) (Memento vom 31. Mai 2012 im Internet Archive) (PDF; 281 kB), abgerufen am 16. Juni 2010.