Audogar

Gründer des Klosters Kempten, erster Abt

Audogar (* 8. Jahrhundert; † 8. oder 9. Jahrhundert) war im Jahr 752 erster Gründer des Klosters Kempten und dessen erster Abt. Als zweite Gründerin (ab 773) wird die Ehefrau Karls des Großen, Königin Hildegard durch die Kemptener Überlieferung seit dem 13. Jahrhundert stärker in den Vordergrund gerückt. Als Abt des seit 752 bestehenden Klosters nahm Audogar angeblich noch an der (zweiten) Gründung durch Hildegard teil, die durch Karl den Großen bestätigt wurde.

Audogar, mit Abtsstab in der Hand und einer Mitra auf dem Kopf, umgeben von zwei Mönchen (Darstellung in der Hildegardschronik von 1499)

Audogar soll laut der Hildegardschronik und anderen spätmittelalterlichen Quellen mit Hildegard verwandt gewesen sein. Er wird in den Kemptener Quellen auch als Sohn eines Herzogs von Braunschweig bezeichnet.[1]

Über Abt Audogar existieren keine frühmittelalterlichen Quellen; er wird auch nicht in Verbrüderungslisten genannt. Dennoch gilt Hermann von Reichenau (gest. 1054), der ihn als erster nennt und dem ältere Quellen zur Verfügung standen, als glaubwürdig. Hermann erwähnt Audogar in seiner Weltchronik als ersten Gründer und Abt des Kemptener Klosters ("Audogarius, primus Cambidonensis coenobii fundator et abbas, locum illum incolere coepit." Übersetzung: Audogar, erster Gründer und Abt des Klosters Kempten, begann jenen Ort zu bewohnen.)[2]

Außer der Schreibweise „Audogar“ wird der Klostergründer in späteren Überlieferungen auch Audegarius, Audegar oder Andegar (Schreibfehler) genannt.[3]

Einzelnachweise

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  1. Birgit Kata: Jubelfeiern zur Geschichte des Fürststifts Kempten. In: Birgit Kata u. a. (Hrsg.): Mehr als 1000 Jahre: Das Stift Kempten zwischen Gründung und Auflassung 752 – 1802. Allgäuer Forschungen zur Archäologie und Geschichte, Nr. 1. Likias, Kempten 2006, ISBN 3-980-76286-6, S. 86.
  2. Birgit Kata: Jubelfeiern zur Geschichte des Fürststifts Kempten. In: Birgit Kata u. a. (Hrsg.): Mehr als 1000 Jahre: Das Stift Kempten zwischen Gründung und Auflassung 752 – 1802. Allgäuer Forschungen zur Archäologie und Geschichte, Nr. 1. Likias, Kempten 2006, ISBN 3-980-76286-6, S. 90.
  3. Personen- und Ortsregister. In: Birgit Kata u. a. (Hrsg.): Mehr als 1000 Jahre: Das Stift Kempten zwischen Gründung und Auflassung 752 – 1802. Allgäuer Forschungen zur Archäologie und Geschichte, Nr. 1. Likias, Kempten 2006, ISBN 3-980-76286-6, S. 447.
VorgängerAmtNachfolger
Abt von Kempten
752796
Theothun