Portal:Ethnologie/Artikel des Monats

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  Die Philosophische Anthropologie (von altgriechisch anthropología „Menschenkunde“) befasst sich als Fachgebiet der Philosophie mit dem Wesen des Menschen. Als eigene philosophische Fachrichtung ist die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandene Philosophische Anthropologie eine vergleichsweise junge Disziplin; Gegenstand und Fragestellungen, mit denen sie sich befasst, wurden aber auf unterschiedliche Weise großteils bereits in früheren Zeiten der Menschheitsgeschichte reflektiert. Dennoch erzeugte Max Scheler 1927 als Mitbegründer der modernen Philosophischen Anthropologie beträchtliche Resonanz mit der Feststellung: „Wir sind in der ungefähr zehntausendjährigen Geschichte das erste Zeitalter, in dem sich der Mensch völlig und restlos problematisch geworden ist: in dem er nicht mehr weiß, was er ist; zugleich aber auch weiß, dass er es nicht weiß.“

Die Philosophische Anthropologie sucht vom einzelnen Menschen zu abstrahieren und zielt auf Allgemeingültigkeit. Um die Lebenssituation des Menschen generell zu erfassen, bedient sie sich vielfältiger einzelwissenschaftlicher Erkenntnisse, vor allem der so genannten Humanwissenschaften; zu diesen gehören insbesondere die Biologie, die Primatologie, die Neurowissenschaften, die Psychologie, die Sprachwissenschaften, die Ethnologie, die Paläontologie, die Soziologie und auch die Geschichtswissenschaften sowie eine Vielzahl von Variationen aus diesen Fächern wie die Soziobiologie oder die Evolutionäre Psychologie weiterlesen

Bekleidung Amauti
Inuit-HundeschlittenQamutik

Als Inuit („Menschen“) bezeichnen sich diejenigen Volksgruppen, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie in Grönland leben. Wissenschaftlich werden sie auch als Neo-Eskimos bezeichnet. Aussagen zur Inuit-Kultur beschränken sich entsprechend im Wesentlichen auf diese Regionen; immer wieder ergeben sich dabei jedoch auch Parallelen zu anderen im hohem Norden lebenden Volksgruppen Sibiriens, die gewöhnlich als Eskimo bezeichnet werden.

Das traditionelle Leben der Inuit ist von extremen klimatischen Verhältnissen bestimmt, und seine wesentlichen Ressourcen lagen im Jagen und Fallenstellen. Aufgrund der in nördlichen Breiten herrschenden Umweltbedingungen war Landwirtschaft und Viehzucht (Agrikultur) auf dem Gebiet der Tundren und eisigen Küsten des asiatischen Sibirien, des amerikanischen Nordens und Grönlands zu keiner Zeit möglich. Dementsprechend hat sich bei den Inuit der Zentral- und Ostarktis ein Lebensstil ausgeformt, in dem Jagd zum Kern von Kultur und Kulturgeschichte wurde. Und so spiegelt der Lebensalltag in den erst vor wenigen Jahrzehnten entstandenen modernen Inuit-Siedlungen nach wie vor die sich über Tausende von Jahren erstreckende Entwicklung einer typischen Jagdkultur wider, die es den Inuit und ihren Vorfahren ermöglichte, mit der Besiedlung der Arktis eine der außergewöhnlichsten menschlichen Leistungen zu erbringen weiterlesen

Die Jesiden, Yeziden oder Eziden sind eine zumeist Nordkurdisch sprechende religiöse Minderheit mit rund 800.000 Angehörigen, deren ursprüngliche Hauptsiedlungsgebiete im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei liegen. Heute sind Jesiden durch Auswanderung auch in anderen Ländern verbreitet. Ihre Religion wird als Jesidentum bezeichnet und ist eine monotheistische, nicht auf einer heiligen Schrift beruhende und nicht missionierende Religion. Die Mitgliedschaft ergibt sich durch Geburt, wenn beide Elternteile jesidischer Abstammung sind. Eine Heirat von Jesiden (beiderlei Geschlechts) mit Andersgläubigen hat den Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft zur Folge.

Im Zentrum des jesidischen Glaubens stehen der Engel Melek Taus, der Scheich ʿAdī ibn Musāfir (um 1073–1163) sowie die sieben Mysterien. Das Grab von Scheich ʿAdī im irakischen Tal Lalisch ist das Hauptheiligtum des Jesidentums, Ziel einer jährlichen Wallfahrt im Herbst. Im jesidischen Eingottglauben gibt es keine Personifizierung des „Bösen“, weil ihr Gott schwach wäre, wenn er eine zweite Kraft neben sich dulden würde.

Seit August 2014 führt der Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat im Nordirak zu einer umfangreichen Flucht von Jesiden, weil sie von den Terroristen als „Ungläubige“ verfolgt werden (siehe Irakkrise 2014) weiterlesen

Die somalischen Bantu, auch Jarir, Jareer, (Wa)Gosha oder Muschunguli, sind ethnische Minderheiten gegenüber der überwiegenden Mehrheit der Somali im ostafrikanischen Somalia. Im engeren Sinn werden Nachkommen von Angehörigen diverser Bantu-Volksgruppen umfasst, die im 19. Jahrhundert im Rahmen des ostafrikanischen Sklavenhandels aus dem heutigen Tansania, Malawi, Mosambik und Kenia nach Somalia verkauft wurden. Diese ließen sich nach ihrer Flucht oder Freilassung größtenteils im Tal des Jubba im Süden des Landes nieder. Im weiteren Sinne werden auch andere Gruppen in Südsomalia dazugezählt, die von Bantu abstammen sollen, welche bereits vor dem Sklavenhandel dort gelebt haben.

Über ihre Bevölkerungszahl gibt es unterschiedliche Angaben, da einerseits Bevölkerungszahlen für Somalia allgemein unsicher sind und andererseits die Bezeichnung somalische Bantu unterschiedlich weit gefasst wird. Schätzungen bewegen sich im Bereich von Zehntausenden bis Hunderttausenden. Wegen der Abstammung von Sklaven, ihrer sesshaft-bäuerlichen Lebensweise und ihrer von der Bevölkerungsmehrheit abweichenden äußeren Merkmale werden die Bantu von Teilen der somalischen Gesellschaft diskriminiert. Im Bürgerkrieg in Somalia seit 1991 waren sie überproportional stark von Gewalttaten, Plünderungen und der dadurch ausgelösten Hungersnot betroffen. Ein Teil von ihnen ist daher in das benachbarte Kenia geflohen, von diesen sind seit 2003 über 12.000 als Flüchtlinge in die USA umgesiedelt worden weiterlesen

Die Dinka sind eine afrikanische Ethnie im Südsudan und besiedeln den größten Teil der Landesfläche; mit geschätzten 2,5 bis 3 Millionen Angehörigen sind sie die stärkste Volksgruppe im Südsudan. Sie bewohnen vor allem die Feuchtsavannen der Bundesstaaten Western Bahr el Ghazal und Western Equatoria im Süden, nördliche Teile des Bundesstaates Dschanub Kurdufan, die ausgedehnten Sumpfgebiete des Sudd im Bundesstaat Jonglei sowie den nördlichen Bundesstaat Upper Nile im Osten bis zur äthiopischen Grenze.

Die Dinka zählen zur großen Sprachgruppe der hier beheimateten Niloten, die alle traditionell überwiegend Viehzüchter sind. Dinka sind möglicherweise ab dem 13. Jahrhundert auf der Flucht vor Dürre und Sklavenhandel aus der zentralsudanesischen Region Gezira nach Süden gewandert. Mit Rinderzucht als wirtschaftlicher Grundlage konnten sie lange Strecken zurücklegen, Trockenperioden besser überstehen und sich dadurch gegenüber den ausschließlich Ackerbau treibenden Völkern des Südens durchsetzen. Die Unruhen 2013/2014 um die politische Führung im Südsudan mit rund einer Million Flüchtlingen in der Region sind die Eskalation eines lange andauernden Konflikts zwischen den Dinka und dem Volk der Nuer weiterlesen

Die Nuer, Eigenbezeichnung Naath („Menschen“), sind eine afrikanische Ethnie im Südsudan und im Westen Äthiopiens mit geschätzten 900.000 Angehörigen. Sie sind traditionell Rinderzüchter, das Hausrind spielt eine wichtige Rolle in allen Bereichen ihres Lebens, von der Wirtschaft bis zur Religion. Ihre soziale Struktur ist in viele einzelne Abstammungsgruppen untergliedert (Lineages), die ihre Herkunft von der Väterlinie ableiten (Patrilinearität) und gemeinsam eine segmentäre Gesellschaft ohne zentrale politische Führung bilden (Akephalie). Die Nuer gehören zu den Niloten, einer großen Gruppe afrikanischer Völker, die nilotische Sprachen sprechen und deren gemeinsame „Urheimat“ im Südsudan vermutet wird.

Das Volk der Nuer bewohnt vor allem die Feuchtgebiete des Weißen Nils und zweier seiner wichtigsten Nebenflüsse und unterteilt sich in verschiedene Gruppierungen. In den 1930ern erlangten die Nuer eine gewisse Bekanntheit durch die umfangreichen Feldforschungen des britischen Ethnologen Evans-Pritchard. Gegenwärtig drohen die Unruhen 2013/2014 um die politische Führung im Südsudan zu einem ethnischen Konflikt zwischen den Nuer und dem Volk der Dinka auszuufern, mit derzeit rund einer Million Flüchtlingen weiterlesen

Clan (Familienverband)

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Ein Clan (Mehrzahl: Clans; von schottisch-gälisch clann „Kinder“) oder eingedeutscht Klan (Mehrzahl: Klane) war ursprünglich eine größere Familiengruppe in Schottland, die ein abgegrenztes Gebiet bewohnte und ihre Herkunft auf einen gemeinsamen Urahnen zurückführte (siehe Schottischer Clan). Davon abgeleitet versteht die Ethnologie unter einem Clan bei ethnischen Gruppen und indigenen Völkern einen Familienverband, der sich zwar auf eine gemeinsame Herkunft bezieht, diese zumeist sagenhafte Abstammung aber nur ungenau oder widersprüchlich herleiten kann („fiktive Genealogie“). Daneben gibt es so genannte totemistische Clans, die ihre Zusammengehörigkeit durch eine gemeinsame kultische Beziehung auf ein Totemtier als ihrem Gruppen-Schutzgeist herstellen.

Die großen Clans der nach ihren Mütterlinien geordneten Irokesen-Indianer in Nordamerika wurden jeweils von einer Clanmutter geleitet, die einen gewählten Clanhäuptling an ihrer Seite hatte. Am Horn von Afrika spielt das somalische Clansystem auch heute eine bedeutende Rolle in Kultur und Politik weiterlesen

Als Phratrie (abgeleitet von der antiken griechischen phratría „Bruderschaft“) bezeichnet die Ethnologie oder Völkerkunde einen sozialen Zusammenschluss von mehreren Clans (Familienverbänden), die als Gemeinschaft handeln. Die Mitglieder einer Phratrie verstehen sich als miteinander verwandt durch gemeinsame Mütterlinien oder Väterlinien oder bestimmen ihre Zusammengehörigkeit durch eine gemeinsame kultische Beziehung auf ein Totemtier als ihrem Gruppen-Schutzgeist. Beispiele für Phratrien sind Gruppierungen bei vielen Indianervölkern Nordamerikas, die größer sind als ein Clan, aber nicht die ganze Gesellschaft umfassen.

Eine Phratrie kann wirtschaftlich zusammenarbeiten, eigene religiöse Kulte pflegen, als politische Einheit wirken und gemeinsam mit anderen Phratrien die soziale Organisation einer ethnischen Gesellschaft bilden. Phratrien können in einzelne Untergruppen gegliedert sein, in Segmente und Subsegmente. Die Mitglieder einer Phratrie heiraten meist nicht untereinander, sondern nur außerhalb der beteiligten Clans (exogam), wechselseitig mit anderen Phratrien weiterlesen

Das Clansystem der Somali ist die gesellschaftliche Organisationsform des ostafrikanischen Volkes der Somali und spielt eine bedeutende Rolle in der Kultur und Politik des Landes Somalia und umliegender Somali-Gebiete. Jeder Somali gehört über seine vaterseitige Abstammungslinie (patrilinear) einer Abstammungsgruppe an, die Teil eines größeren Clans ist, der wiederum zu einem größeren Clanverband gehört, und so fort. Alle Clans der Somali gehören letztlich zu einer der fünf oder sechs großen Clanfamilien (qaabiil), die sich von einem gemeinsamen Stammvater herleiten. Eine solche Form der sozialen Organisation von gleichartigen und gleichrangigen Gruppierungen wird als segmentäre Gesellschaft bezeichnet.

Das Clansystem wurde wahrscheinlich von der Arabischen Halbinsel eingeführt und von der patrilinearen Stammesgesellschaft der Araber beeinflusst – die vormalige Gesellschaftsform der Somali war möglicherweise über Mütterlinien organisiert (matrilinear). Die Clans haben traditionell kein Oberhaupt mit größeren Machtbefugnissen und kaum Hierarchien und Verwaltungsstrukturen (Herrschaftsfreiheit). Die Ältesten sind Respekts- und Autoritätspersonen (Senioritätsprinzip), die in Versammlungen über Angelegenheiten des Clans beraten und einvernehmlich entscheiden (Konsensprinzip). Im somalischen Bürgerkrieg bilden die Clans oft die Machtbasis für Kriegsparteien und Kriegsherren (Warlords). Frauenrechtlerinnen kritisieren am somalischen Clansystem, dass es ausschließlich über die Männer funktioniere und Frauen praktisch keine politische Rolle darin hätten. So gründete die Friedensaktivistin Asha Haji Elmi die Bewegung Sixth Clan, um die Bedeutung der Frauen als „sechsten Clan“ hervorzuheben weiterlesen

Als Marga (Daftar marga Batak) bezeichnen sich die großen Familienverbände der indigenen Volksgruppe der Toba-Batak in den nördlichen Bergen der indonesischen Insel Sumatra. Die Marga sind vor allem religiöse Kult- und Opfergemeinschaften. Jede Marga ist nach ihrer Väterlinie organisiert (patrilinear) und untergliedert sich in einzelne Saompu („von einem Ahnherrn“), familiäre Großgruppen mit den Nachkommen eines vor 10 bis 15 Generationen lebenden gemeinsamen Stammvaters. Diese Clans bestehen wiederum aus mehreren Lineages. Geheiratet wird nur außerhalb der eigenen Marga (exogam). Dem Dorfoberhaupt und Ältesten einer Marga kommt die Aufgabe zu, Reibungen und Streitigkeiten innerhalb der Dorfgemeinschaft zu verhindern oder zu schlichten, gemäß dem ungeschriebenen Gewohnheitsrecht des sogenannten Adat.

Bei der Volksgruppe der Karo-Batak heißen die Familienverbände Merga und bestehen aus fünf großen Gruppierungen: den Karo-Karo, Perangin-Angin, Ginting, Sembiring und den Tarigan weiterlesen

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